Weinreise Jura
Aus Weinbruderschaft
für Gesellen und Magister
Organisation und Leitung: Robert Hunziker, Zofingen, Magister Vini
Fahrt: im modernen Reisecar
Teilnehmerzahl: nur Magister und Gesellen (max. 50 Personen)
Orden: werden keine getragen
Reiseprogramm: siehe unten
Zahlungsart: Der Betrag wird an der Reise vom Säckelmeister in bar einkassiert. Bitte passend bereithalten. Im Preis inbegriffen sind: Carfahrt, Degustation und Mittagessen (ohne Getränke)
Anmeldung: Mit beiliegender Anmeldekarte an Stubenmeister Willi Spürgin bis spätestens Samstag, 23. April 2005
Der Stubenrat freut sich auf Ihre Teilnahme!«Reise in ein ungewöhnliches Weinbaugebiet, zu einer ungewöhnlichen Winzerfamilie mit ungewöhnlichen Weinen»
Das Weingut der Blattners liegt wie eine Einsiedelei an einem versteckten Hang in einem verwunschenen Tal.
Die Berglandschaft des Jura gilt als kühl und rau. Zu Unrecht meinen Silvia und Valentin Blattner. Und sie müssen es eigentlich wissen. Sie widmen sich hier dem Weinbau mit Leidenschaft und Erfolg. Ihre krankheitsresistenten Tafeltrauben sind preisgekrönt, ihre Weine trinken Kenner in erstklassigen Schweizer Restaurants.
Ein Grund genug, um bei dieser interessanten Degustation dabei zu sein und Blattners Philosophie über seine Rebzüchtungen und Weine kennen zu lernen, die es sonst nirgendwo auf der Welt gibt.
Ich freue mich jetzt schon auf diesen Ausflug mit euch Röbi Hunziker
Programm
- 08:30 Besammlung auf dem Parkplatz Nord der Firma Müller Martini an der Unteren Brühlstrasse in Zofingen
- 08:45 Abfahrt Richtung Jura
- 10:15 Ankunft in Soyhières. Degustation und Rundgang auf dem Weingut von Silvia und Valentin Blattner. Anschliessend kurzer Spaziergang durch das Dorf.
- 12:30 Mittagessen im Le Cavalier*
- 14:30 Weiterfahrt über Laufen, Beinwil, Passwang (auf Höhe Gelegenheit für einen Drink und die Aussicht geniessen)
- 17:30Ankunft in Zofingen
Rückblick
Valentin Blattner, ein temperamentvoller Erzähler
Reini Bachmann berichtet:
Soyhières (JU), ein ungewöhnliches Weinbaugebiet. Reise in ein ungewöhnliches Weinbaugebiet, zu einer ungewöhnlichen Winzerfamilie mit ungewöhnlichen Weinen.
Valentin Blattners pilzwiderstandsfähige Rebsorten
Die Magister und Gesellen der Weinbruderschaft St. Martin haben bei einer strengen Prüfung bewiesen, dass sie vielfältige Kenntnisse über Rebbau und Wein erworben haben und bestrebt sind, diese laufend zu erweitern. So war es naheliegend, sich mit den pilzwiderstandsfähigen Rebsorten zu befassen. Robert Hunziker wusste, dass Valentin Blattner ein international anerkannter Pionier der Rebzüchtung ist. Er organisierte deshalb eine Reise in die Domaine Blattner im jurassischen Soyhières. Valentin Blattner hat auf privater Basis begonnen Reben zu kreuzen mit dem Ziel, einerseits frostresistente und andererseits pilzwiderstandsfähige Rebsorten zu schaffen. Dies ist ihm weitgehend gelungen.
Warum pilzwiderstandsfähige Rebsorten?
Pilzwiderstandsfähige Rebsorten sind umweltfreundlich, denn sie bedeuten weniger oder gar keine Spritzarbeit (Pflanzenschutz) und somit weniger Bodenverdichtungen (weniger Traktoreinsatz) und eine Kostensenkung von Pflanzenschutzmitteln. Für selbstvermarktende Weinbetriebe können pilzwiderstandsfähige Sorten Innovation und Diversifikation bedeuten. Valentin Blattners frostresistenten Reben werden im nördlichen Weinbaugebiet der USA und in Kanada erfolgreich gepflanzt. Eine ganz grosse Nachfrage besteht nach seinen pilzwiderstandsfähigen Rebsorten sowohl im In- wie auch im Ausland. Die meisten Züchtungen haben noch Nummernbezeichnungen. Bei den weissen Sorten VB 32-7 sowie VB 89-10-16(89-3 sowie bei den Rotweinsorten VB 85-1 (Millot-Foch), VB 86-4, VB 91-26-4 und die schon oft angebauten VB Jura 25, Cabernet Jura 5-2 und Cabernet Jura 5-1.
Lebhafte Weinkommentare
Die Degustation startete mit dem Weisswein Réselle 2004, eine Kreuzung Bacchus x Seyval, genannt nach dem Tal Réselle, wo Silvia und Valentin Blattner ihren Weinbaubetrieb aufbauten. Diese Kreuzung behält Valentin Blattner ausschliesslich für seinen eigenen Betrieb, im Gegensatz zu den andern Züchtungen, die er an Rebschulen zur Vermehrung abgibt. Der Wein ist sehr fruchtig, hat noch etwas Apfelsäure, was ihn spritzig macht. Der zweite Weisswein mit der Zuchtnummer VB 32-7 erinnert an Düfte von Mango und Passionsfrucht. Der Rosé 2005 wurde aus verschiedenen Sorten gekeltert und überzeugt mit seiner feinen Aromatik. Die Cuvée Noah barrique 2004 - Noah heisst Blattners kleiner Sohn - wurde in neuen 400-Liter-Fässern ausgebaut und ist eine Assemblage von Léon Millot, Maréchal Foch, Regent und einigen Neuzüchtungen. Der Wein besitzt eine feine Vanillearomatik und weiche Tannine. Die Cuvée Olivia barrique 2003 besteht hauptsächlich aus der Sorte VB 85-1 und ebenfalls aus weitern Neuzüchtungen. Ein sehr kräftiger, voller Wein. Die Cuvée Lilli barrique 2003 (Lilli und Olivia heissen die Töchter) wurde von den reifsten Trauben in neuen Barriques mit Holz aus dem Jura gekeltert. Es entstand ein abgerundeter, voller Wein, der über 14 Volumen Prozente hat. Juramone barrique 2004, gekeltert aus überreifen Trauben, besitzt eine angenehme Restsüsse und erinnert an einen Strohwein. Zum Abschluss wurde der Dessertwein Muscat de la Birse barrique 2002 kredenzt. Die Trauben wurden in einem Kühlhaus tiefgefroren, dann mit hohen Oechslegraden gepresst und in einer neuen Barrique ausgebaut. Ein harmonischer Wein mit guter Balance zwischen Körper, Säure und Restsüsse.
Temperamentvoll kommentierte Valentin Blattner seine Weine und erklärte seine Wein- und Lebensphilosophie. Dazu gehört auch, dass seine Frau Silvia und alle drei Kinder die Weinetiketten Jahr für Jahr selber gestalten, in welchen besondere Ereignisse des verflossenen Jahres widergegeben sind. Es entstanden persönliche, kleine Kunstwerke. Die Magister und Gesellen stellten auch viele Fragen, die alle kompetent beantwortet wurden. Viel zu rasch verging die Zeit. Man hätte gerne noch weiter zugehört. (rb)


