Weine aus dem Tessin
Aus Weinbruderschaft
Alljährlich findet die ANAV-Delegiertenversammlung oder -Kongress in einem anderen Kanton statt. Meist in einem Kanton mit entsprechender Weinbautradition. So bietet sich natürlich dem Besucher Gelegenheit, Weine und Weinproduzenten vor Ort kennen zu lernen.
Um nun allen andern ANAV-Mitgliedern, welche an diesen Anlässen nicht teilnehmen können ebenfalls die Gelegenheit zu bieten solche Weine zu verkosten, ist es zur guten Tradition geworden, dass die entsprechenden Werbe- oder Propagandastellen dieser Kantone solche Degustation bei den Sektionen anbieten. Im vergangenen Jahr fand die ANAV-DV in Lugano statt. Aus diesem Grund hat der Tessinerwein-Promotionsverband TICINOWINE die Aufgabe übernommen, den SVW-Sektionen die Tessiner Weine bzw. die Tessiner Weinproduzenten an lokalen Weinverkostungen vorzustellen.
Der Stubenrat hat von dem Angebot gerne Gebrauch gemacht und so freuen wir uns, Sie zu einer sicher sehr interessanten Degustation von Tessiner Weinen einladen zu können. Der letzte Anlass mit Weinen aus dem Tessin fand bei uns im September 1995 statt. Seither hat sich, wie überall, auch im Tessin einiges getan. Junge, initiative Weinbauern haben eine innovative Entwicklung in Gang gesetzt, von der inzwischen auch die Traditionalisten unter den Tessiner Produzenten profitieren. Lassen Sie sich überraschen, welche Kostbarkeiten heute im Tessin zu finden sind.
Leitung: Stefano Caligari, Direktor der Ticinowine (Promozione vitivinicola ticinese)
Der Stubenrat freut sich auf Ihre Teilnahme!Rückblick
Die Tessiner Weine, welche im Jahr 2003 in 175 Weinbaugemeinden von 3731 (!) Winzern auf 1'020 ha angebaut wurden, dürfen sich sehen lassen. Nur gerade 150 Winzer betreiben den Weinbau hauptberuflich. Das sind 4 % aller Tessiner Winzer, bebauen jedoch ungefähr die Hälfte der Anbaufläche. Die Gesamternte 2003 betrug 6'200 Tonnen.
Die folgenden 4 Weinbau-Regionen werden im Tessin unterschieden:
- Mendrisiotto mit 41 % Produktionsanteil
- Luganese und Malcantone mit 13 % Produktionsanteil
- Locarnese und Valli mit 19 % Produktionsanteil
- Bellinzonese und Valli mit 27 % Produktionsanteil
In seinem Vortrag mit Degustation führte Stefano Caligari, seines Zeichens Direktor der Ticinowine <www.ticinowine.ch>, noch weitere sehr interessante Details aus. So erfuhren die Teilnehmer, dass im Tessin ungefähr 80 % Rotweine und 20 % Weissweine angebaut werden, die Durchschnittsertragsmenge bei 500 - 600 g pro Quadratmeter liegt und die folgenden Sorten vertreten sind:
- Merlot, 82 % (davon werden 16 % federweiss gekeltert)
- Chardonnay, 3.5 %
- Americana, 2.5 %
- Bondola (autochtone Sorte), 1.5 %
- Pinot Nero, 1.5 %
- Gamaret, 1.5 %
- Sauvignon Blanc, 1.0 %
- Cabernet Franc, 1.0 %
- Cabernet Sauvignon,1.0 %
- Chasselas, 0.5 %
- andere (Syrah, Petit Verdot, Semillon etc.), 4.0 %
Wie Figura zeigt ist die Merlottraube DIE Rebsorte des Tessinerweinbaus. Obwohl die ersten Versuche mit Rebpflanzen aus Frankreich erst 1906 erfolgten, wurde bereits 1925 die erste Auszeichnung in Bern "geholt". Die Anbaufläche betrug damals 1'800 ha. Die Gründung der Cantina Sociale Giubiasco erfolgte 1929, diejenige der Cantina Sociale Mendrisio 1949. Im Jahre 1959 betrug die Anbaufläche gerade noch 800 ha! Inzwischen hat sich jedoch einiges ereignet wie die Kantonale Weinbauförderung, Gründung Proviti, 1993 die Weinbauordnung und seit 1997 kennt man das DOC.
Die folgenden Weine präsentierte uns Stefano Caligari:
- Pinot del Ticino (Spumante brut), Terreni alla Maggia Ascona
- Bianco Rovere 2002, Guido Brivio Mendrisio
- Granito 2001, Agriloro Arzo
- Riserva di Bacco VITI 2001, Valsangiacomo Chiasso
- Enoteca Convento 2001, Chiericati Bellinzona
- Bodola dal Nonu Mario 2002, Azienda Mondò Sementina
- Scala 2001, Visini Predrinate
- Sassi Grossi 2001, Gialdi Mendrisio
- Balino 2000, Kopp von der Crone Gorla
- Agorà 2000, Corti Balerna
- Mino 2000, Gialdi Mendrisio
- Sémillon 1999, Adrian Kaufmann Beride di Bedigliora
Alle diese Weine waren durchwegs Trouvaillen und begeisterten Nase und Gaumen. Der Referent verstand es ausgezeichnet auf seine sympathische Art, die Weine an den "Mann" bzw. "Frau" zu bringen. Angefangen mit dem Spumante über die Weissen, zu den Roten eher etwas unbekannteren (wie Bondola) zu den ganz grossen, welche ihre Krönung meines Erachtens im Balino fanden. Auch die Dessertweine wussten zu begeistern.
Im Namen des Stubenrates ganz herzlichen Dank für den eindrücklichen Anlass!

