Bordeaux "Crus Bourgeois du Médoc 1988"

Aus Weinbruderschaft

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Trouvaillen, auch aus dem Gesellschaftskeller

Zum Thema "Die Bürgerlichen kommen" lud die Weinbruderschaft im Oktober 1994 ein, um 11 Crus Bourgeois du Médoc des hervorragenden Jahrganges 1988 zu verkosten. Kannenmeister Edi Meyer stellte uns die Weine vor, die sich damals zum grossen Teil noch jung und leicht verhalten präsentierten, standen sie doch erst vor oder am Beginn ihrer Trinkreife.

An einer professionellen VINUM-Degustation, 2 Jahre zuvor, wurde den gleichen Weinen ein optimaler Trinkgenuss zwischen 1996-2000 oder 2000-2010, je nach Herkunft voraus gesagt. Ob dem tatsächlich so ist, und wie sich dieselben Weine seit 1994 entwickelt haben - sie konnten inzwischen in unserem Gesellschaftskeller wohlbehütet reifen - können und sollen Sie selbst beurteilen.

Magister Christof Kilchmann, seines Zeichens versierter Bordeaux-Kenner und -Liebhaber, wird uns die Weine präsentieren. Es ist eine gute Gelegenheit für einmal sogenannte einfachere "bürgerliche" Weine zu verkosten, die längst nicht so bekannt sind wie ihre hochgelobten aristokratischen Verwandten der renommierten Spitzenweingüter des Bordeaux, mit dem Nimbus "Grand cru classé en 1855". Die Crus Bourgeois, oft als Stiefkinder abgetan, haben ihren Vettern aber eines voraus: sie sind im Gegensatz zu diesen grössenteils noch zu erschwinglichen Preisen zu haben. Lassen Sie sich diese Gelegenheit nicht entgehen, nehmen Sie Teil an diesem Anlass und freuen Sie sich auf eine sicher interessante Degustation.

Einladung zum Anlass Bordeaux Cru Bourgeois, Donnerstag, 4. Oktober 2001, um 20.00 Uhr, im Restaurant Rössli, Rothrist

Referent: Christof Kilchmann, Magister Vini, Zug

Der Stubenrat freut sich sehr, Sie begrüssen zu dürfen.

Inzwischen lassen wir uns mit Rainer Maria Rilkes Herbstgedicht auf die vor uns liegende Zeit einstimmen:

HERBSTTAG

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr gross.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süsse in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rückblick

Kilchmann.jpg

Crus Bourgeois du Médoc 1988 - Rebensaft im Vergleich

Der Weinbau im Médoc und insbesondere die Crus Bourgeois 1988 wurde von Magister Christof Kilchmann einem interessierten Publikum vorgestellt. Dabei galt es die vor einigen Jahren bereits verkosteten Weine in ihrer (Weiter) Entwicklung zu beurteilen.

Interessant dabei, dass einige bereits den Zenith überschritten haben, andere noch voll "da" sind, die Gaumen verwöhnten und weitere wohl nie runder werden.

Die meisten Crus Bourgeois erhielten ihren Status 1932. Es gibt Jahr für Jahr sehr schöne und angenehme Weine, die echt überraschen. Auch das Preis/Leistungsverhältnis darf sich sehen lassen. Während die grossen und berühmten "Brüder" des Médoc in den letzten Jahren ihre Preise um ein Vielfaches multiplizierten, sind die Crus Bourgeois (vielleicht gerade wegen der nicht so riesigen Nachfrage) auf dem Boden der Realität geblieben. Obwohl die Rebgüter ähnliche oder gleiche Bodenbeschaffenheiten aufweisen, die Kellertechnik und die Fortschritte ebenso mitmachen, haben sie eine sympatische Art beibehalten - teilweise aus Kostengründen werden nicht jedes Jahr neue Barriques gekauft - was sich in einer weniger grossen "Holzbetontheit" durchaus positiv auswirken kann.


Die folgenden Weine aus dem Jahre 1988 wurden verkostet:

  1. Haut-Médoc Château Citran
  2. Haut-Médoc Château Sociando-Mallet
  3. St. Estèphe Château Les Ormes-de-Pez
  4. St. Estèphe Château Phélan-Ségur
  5. Pauillac Château Pibran
  6. St. Julien Château Gloria
  7. Listrac Château Fourcas-Hosten
  8. Moulis Château Poujeaux
  9. Moulis Château Chasse-Spleen
  10. Margaux Château La Tour-de-Mons
  11. Margaux Château Monbrison

Es war eine spannende und äusserst interessante Degustation mit vielen Eindrücken. Jeder Teilnehmer hatte die Gelegenheit, sich ein Urteil zu bilden ...

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